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Hits'n'Hots, 2009gehe zum naechsten

Hits'n'Hots, Zeitſchrift für Independent-Muſik, interviewt DJ Broſzat

DwD: Hieß Ihre Zeitſchrift nicht vor kurzem noch anders, nämlich »Hots'n'Hits«? Wie kam es zu der Namensänderung?

HH: Na ja, irgendjemand aus der Marketing-Abteilung meinte, wir müßten mit der Zeit gehen und Zeitſchriftentitel und Corporate Deſign dem Zeitgeſchmack anpaſſen. Nun ſchieben wir ſchon ſeit Wochen maſſig Überſtunden, um den Rücken jedes einzelnen Aktenordners zu aktualiſieren. Aber, hey... Moment 'mal, wer interviewt hier eigentlich wen?

DwD: Oh, ich möchte mich nur auf Stand halten, erfahren, was ſich ſo tut im Muſik-Buſineß...

HH: Alſo, nachdem Ihr letztes Konzeptalbum »Bauſtellen der Welt, Welt aus Bauſtellen« nicht ſo richtig... ähem... einſchlug...

DwD: Wir wollten Preßlufthammergeräuſche von 15 Bauſtellen auf der ganzen Welt künſtleriſch zuſammenfügen, das wäre endlich wieder einmal ein richtig innovatives Induſtrial-Album geworden! Leider war dann kurz hinter Gütersloh die Reiſekaſſe leer, die Plattenfirma weigerte ſich, Sekt, Kaviar und Hotelzimmermöbel als Speſen zu akzeptieren. Da ſieht man dann wieder, wie man gezwungen wird, wahre Kunſt dem ſchnöden Kömmerz unterzuordnen. Eine Schande iſt das!

HH: Sie wollen nun wieder etwas weniger... ähem... ätheriſch muſizieren, und gerüchteweiſe planen Sie ſogar, wieder Rhythmen aus Drum-Computern und Sequencern einzuſetzen. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreiſen war zu erfahren, daß Sie hierfür, quaſi erſtmalig in Ihrer muſikaliſchen Karriere, ſogar digitale Geräte, Computer und ſo, verwenden wollen.

DwD: DwD haben ſchon immer verwendet, was immer geeignet erſchien. Vor rund zehn Jahren, für »McBeth«, waren es labberige Waffeln, für den »Texas-1925-Blues« ein Röhrentonbandgerät aus den 50ern ohne Antriebsgummirolle, für »Berlin« einen ſelbſtgelöteten analogen VCO, und ſo weiter. Alſo, warum nicht auch eine ſpezielle Sequencer-Programmierſprache, die mir erlaubt, etliche Patterns quaſi haushoch ineinander und übereinander zu ſchachteln?

HH: Na, da darf man ja auf die Ergebniſſe wirklich geſpannt ſein! Gibt es denn nicht doch inzwiſchen eine Information über den Verbleib Ihrer Band-Kollegen Brenner und Repgen?

DwD: Nicht wirklich. Das Letzte, was man von Brenner weiß, iſt, daß er per E-Mail zu einem Gaſtauftritt in Papua-Neuguinea eingeladen wurde, irgendwo in tiefſtem Dſchungel, ein Freund von mir ſagte einmal, dort ſollen angeblich noch richtige Kopfjäger leben, aber, Quatſch, ich meine, wir leben doch nicht mehr im 19. Jahrhundert. Alſo, er brach auf zu dieſem... dort ſtand: »Unplugged-Event«, und ſeitdem warten wir auf ſeinen Konzertbericht...

HH: Und Repgen?

DwD: Er erklärte aus heiterem Himmel eines Tages, er wolle kein Inſtrument mehr in die Hand nehmen, bevor er nicht ſeine eigene Steuererklärung verſtanden habe. Ich erwiderte, daß ich kein Verſtändnis dafür habe, man müſſe im Leben nicht immer alles verſtehen. Ich meine, hey, wir ſind Muſiker in der Stilrichtung Ambient-Polka und keine Finanzmagnaten, es genügt doch vollkommen, wenn wir unſeren jeweils aktuellen Plattenvertrag verſtehen, und natürlich die Maxwell-Gleichungen der Elektrodynamik, oder...?

HH: Hmmtja. Broſzat, wir danken für das Geſpräch.

DwD: Ich danke. Und ich fand »Hots'n'Hits« doch einprägſamer.

© Oktober 2009, gawl (Ralf Gawliſta). Alle Rechte vorbehalten.

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Hits'n'Hots, 2009
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